Jahresbericht 2020

Im Jahr 2020 erfolgte aufgrund von Reisebeschränkungen durch Corona nur ein Besuch im Februar in Uganda zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Wolfgang Bienert. Mitgefahren waren auch noch drei weitere Besucher, die sich die Sache mal aus der Nähe ansehen und mithelfen wollten. (Besuchsbericht nachzulesen auf unserer Internetseite)
Die Anzahl der ordentlichen Mitglieder per 31.12.2020 beläuft sich auf siebzehn.
Die Anzahl der Spender besteht aus mehr als 100 Personen, darunter mehrere mittelständische Unternehmen und größere Firmen.

Schul-Projekt Bombo

In diesem Jahr wurde unser erstes Projekt, die Unterstützung der St. Peters Secondary School in Bombo im südlichen Uganda, fortgesetzt. Google Earth: 0° 37‘ 10,47‘‘ N und 32° 31‘ 57,02‘‘ O. Seit Stand 2017 kamen mehrere Gebäudekomplexe hinzu bzw. wurden im Inneren umgebaut und den neuen Bedingungen angepasst. Die Anzahl der Schüler stieg zu Anfang des Schuljahres 2020 auf über 1000.

Erstaunt und verwundert waren wir über die Ausmaße der neuen Mädchenschlafsäle. Sie wurden durch Forderungen der Schulkommission notwendig. Es sind keine Dreifach-Stockbetten mehr erlaubt. Das führte zu einem 50% höheren Platzbedarf.

Benötigt wurden auch neue und zusätzliche Sanitäreinrichtungen, da die alten zu weit entfernt sind.

Nun sind nur noch Zweistock-Betten vorhanden.
Beim diesem Besuch Anfang 2020 haben wir wieder vier Laptops mitgebracht, was leider bei weitem nicht reicht. Wenn einer der Leser einen Windows 7 tauglichen Laptop nicht mehr braucht, nehmen wir den gerne mit.

Die Gebäude, die man im Foto (rechts) vom Ober-geschoss/Dach der neu zu erstellenden Mädchenschlaf-säle (Foto Vorseite) erblickt, erfordern eine stärkere Stromleitung. Das nötige Kabel haben wir mitgebracht, die Verlegung erfolgt durch Handwerker vor Ort.
Weitere Forderungen der Schulkommission konnten erfüllt werden:
Der neue Chemiesaal im Erdgeschoss der großen Haupthalle konnte jetzt genutzt werden und es gibt jetzt eine Bibliothek, für die wir einige Bücher mitgebracht haben.

Der Sportplatz und ggfs. ein Volleyballfeld konnten bisher noch nicht verwirklicht werden.

Die letztjährige Abschlussklasse hat auf eigene Kosten mit dem Bau eines Aufenthaltsraums hinter der großen Haupthalle begonnen. (Foto rechts)

Durch Beschluss des Präsidenten wurden alle Schulen ab 20. März 2020 geschlossen mit der zusätzlichen Maßgabe, dass die Lehrkräfte weiter zu bezahlen sind, außer man kann ihnen kündigen. (Sie sind aber dann beim Neustart des Schulbetriebes nicht mehr verfügbar.)
Anfang Oktober 2020 wurde die Schule auf Forderung der Schulkommission wiedereröffnet, aber nur für die Abschlussklassen S4 (Mittlere Reife) und S6 (Abitur). Leider sind die meisten Eltern aufgrund des totalen Lockdowns (keine Märkte, kein Auto-, Moped- und Busverkehr, alle Einkaufszentren geschlossen) nicht in der Lage, die erforderlichen Schulgebühren aufzubringen, so dass erneut Rückstände aufgebaut wurden. Hier konnte LAP teilweise helfen.

Folgende Investitionen wurden in 2020 getätigt:

  • Finanzierung der Prüfungsgebühren für 100 Schüler.
  • Übernahme der Rückstände bei den Lehrergehältern.
  • Übernahme der Operationskosten für einen gestürzten Schüler.

Zum Jahresende 2020 wurden durch monatliche Zahlungen unterstützt:

  • 6        Lehrer
  • 48        Schulplätze
  • 3        Teilzeit-Manager für Sauberkeit, Instandhaltung und Elektrik.

Schul-Projekt in Minja

Das große Projekt war in diesem Jahr die Einweihung der großen Schulhalle mit einem ViWA-Fest zum einjährigen Bestehen der Organisation. Meine Predigt handelte von Gott dem Vater und ich bat die vielen Frauen stellvertretend für ihre Väter um Vergebung für das, was in ihrer Kindheit war.

Um die Versorgung mit Strom zu gewährleisten, wurde durch uns ein Erdkabel mit einer Länge von über 100 Metern neben Innenkabel, Schalter, Steckdosen und Verteilerkasten mitgebracht, verlegt und die Installation in der Halle vorgenommen.

Die Beleuchtung durch LED-Lampen wurde durch ein Berliner Unternehmen gesponsert,

Die große Halle wurde bereits durch die Schulkommission abgenommen und darüber ein Zertifikat ausgestellt.

Was wir noch vergessen haben ist, dass alle Schulen bei der Wiedereröffnung nicht mehr als Mixed, sondern entweder nur als Tagesschulen oder als Internat fungieren dürfen.

Auch in Minja wurde der Schulbetrieb Anfang Oktober für P7 (Grundschule) wieder aufgenommen. Die Eltern waren aufgrund der Lockdown-Situation nicht in der Lage, die Registrierungsgebühren zu bezahlen. LAP konnte das übernehmen.

Die laufende Unterstützung konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden und betrug zum Jahresende:
– Drei Gehälter für Vorschul-Erzieherinnen
– Je ein Lehrergehalt für die Primarstufe, für den Schulleiter und den Direktor.
– 38 Schulplätze

Krankenstation in Minja:
Der Betrieb ist nun mit 2 medical officers (etwas zwischen Arzt und Krankenpfleger) und einer nurse (Krankenschwester) voll in Betrieb. Aufgrund einer Forderung des District Gesundheits-officers musste ein Verbrennungsofen für die Abfälle der Krankenstation gebaut werden. Kosten: 3000 Euro! Wäre das nicht erfolgt, wäre die Station geschlossen worden und in Folge auch die Schule, da keine Krankenstation mehr da!

Unterstützung der im Einzugsbereich wohnenden Bevölkerung:
Neben der Krankenstation, die auch kostenlos Medikamente abgibt, wurden in 2020 mehrere Ziegen und Hühner durch eine Sponsorin gekauft und Behinderten und schlecht gestellten Familien zur Verfügung gestellt. Nicht zum Essen (!), sondern als Grundlage für eine Herde, wie die Sponsorin forderte.

Neues Google Earth Bild von Minja: (ca. 2019)
Oben links im Bild die u-förmigen Grundschulräume.
Rechts zur Straße der kleine Generatorraum und das Haus für die Maismühle.
Dann der Schulraum Klasse 7 abstehend, gefolgt nach unten von der Küche.
Dann die große Halle (rot).
Weiter nach unten die Schlafsäle (weiß) und Sanitäreinrichtungen.
Die Punkte links daneben sind die baufälligen Lehrerwohn-häuser. Das kreuzförmige Gebäude ist die Krankenstation. Das Gebäude rechts daneben gibt es nicht mehr (ehemalige Kirche).

Im Vergleich dazu ein Bild von 2014, man sieht den Rohbau des ersten Winkelgebäudes. (Über dem gelben Viereck)

Projekt ViWA

Mikrokredite an Frauen.
Stand zum Ende des Jahres: 1 Mio. UGX = 250 Euro
 9 Mio. UGX ausgeliehen an 3 Gruppen, Rückzahlung im April 2021. Beträge max. 50 000 UGX = 13 Euro je Kreditnehmerin.

17 Mio. UGX in der Kasse.

Grund: Es sollte nicht für Geschenke zu Weihnachten verwendet werden. Das Geld wird im Januar an 6 Gruppen ausgezahlt, die Überprüfungen sind abgeschlossen.

Projekt Gemeinde in Minja

Aufgrund der Corona-Maßnahmen konnte das die große Halle nicht mehr als Gemeindesaal genutzt werden, da es fremden Personen nicht mehr erlaubt ist, das Schulgelände zu betreten.
Aufgrund einer Extra-Spende konnte ein kleines Gebäude außerhalb des Gelände erstellt werden, so dass dort Zusammenkünfte auch in der Regenzeit wieder möglich sind.

Entwicklung des Vereins

Aktivitäten in Deutschland:
Die Mitgliederversammlung wurde ordnungsgemäß am 10.10.2020 in Altenstadt durchgeführt. Aufgrund von Corona Restriktionen waren einige Mitglieder nur telefonisch zugeschaltet. Turnusgemäß war der Schriftführer zu wählen. Der bisherige Amtsträger Leo Peters hat einer Verlängerung bis zur MV in 2021 zugestimmt, um die Wahlen nur im Zweijahresrhythmus zu haben.

In Deutschland sind nur wenige Veranstaltungen zur Mittelbeschaffung aufgrund Corona durchgeführt worden:
– Vorträge durch Vorstandsmitglieder bei zwei Veranstaltungen.
– Spendenaufruf zur Unterstützung des Bauprojektes in Minja 2021.

In 2020 wurden neun Vorstandsbesprechungen durchgeführt, zum Teil als Telefon- oder Zoomkonferenz.

Ausblick für 2021: (bezogen auf Minja)


Aufgrund der höheren Schülerzahl und der Reduzierung auf eine Internatsschule reichen die Betten in den Schlafsälen nicht mehr. Zudem sind die Lehrerrundhütten nach 5 Jahren baufällig (Kosten waren 400 Euro je Wohnhaus mit Blätterdach). So haben wir einen neuen Antrag auf Unterstützung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gestellt. Der Kostenrahmen beträgt mehr als 60 000 Euro für 2 Schlafsäle, ein Lehrerwohnhaus, die Sanitäreinrichtungen und Betten. Kurz vor Weihnachten kam die Zusage für einen Zuschuss in Höhe von 75% und wir können gleich im Januar starten

Finanzielle Situation:

Anmerkungen:
Der Kassenbestand zum Jahresende 2019 betrug 6.400 Euro, zum Jahresende 2020 19 400 Euro. Er ist deshalb so hoch, weil wir in 2021 wiederum eine größere Baumaßnahme in Minja geplant haben, für die bereits in 2020 sehr viele Spenden eingegangen sind.

Wir danken herzlich allen Spendern, die dieses Ergebnis möglich gemacht haben.

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