Besuchsbericht Uganda durch L-A-P e.V. vom 28. März bis 5. April 2017

Besucher war nur der 1. Vorsitzende Heinrich Becker. Grund für den kurzfristig anberaumten Besuch waren Anforderungen an die Ausgabenbuchungen durch Bengo. Aber der Reihe nach:.

Ich bin mit Brussels Airlines, einer Lufthansatochter, von München via Brüssel nach Entebbe geflogen.
Nach der Übernachtung im Flight Hotel in Entebbe (die Übernachtung bei Claire ist wesentlich teurer) kam am nächsten Morgen Ronald zur Abholung mit meinem großen Gepäck: einem regal, einem Koffer, einem stark übergewichtigen Trolley, dem Keyboard über der Schulter und mein Computercase.

Angekommen in Bombo war ich mehr als überrascht, welche Anzahl Schüler nun in Bombo sind: Mehr als 700. Das führt zu Engpässen, da die Küche am Rande der Kapazität arbeitet. Sie wird in den Ferien mit neuen Herden versehen. Auch sind die Klassenräume teilweise zu klein und die Schlafsäle reichen nicht mehr. Ich habe durchaus deutlich mit Ronald gesprochen, er versicherte jedoch, dass die ugandische Unterstützergruppe einen neuen Schlafsaal baut um die Probleme zu lösen.
Die Prüfungsgebühren stellen nach wie vor ein großes finanzielles Problem dar. Sie betragen 180 000 UGX je Schüler für Mittlere Reife und Abitur (Entspricht einem halben Lehrermonatsgehalt) und müssen bis Ende April gezahlt werden, obwohl die Prüfungen erst im Herbst sind. Zudem ist Prüfungsmaterial in Höhe von 15 Mio UGX zu beschaffen, was ebenfalls jetzt (!) schon da sein muss für die Prüfungen im Oktober. (Ca 4000 Euro) LAP hat sich an beiden Kosten erheblich beteiligt.

Ein elektrisches Keyboard und einen nagelneuen Laptop hatte ich mitgebracht, sowie Erdkabel für die abschließende Verkabelung der neuen Schulräume. Damit kann in der Schule erstmals Musikunterricht erteilt werden, da ich auch noch einen computergestützten Kurs mitgebracht habe. Das Regal wurde zusammengesetzt und im Abstellraum aufgebaut, nun findet man wieder was! Am zweiten Tag habe ich das Kabel dann mit Hilfe von Schülern verlegt.

Am folgenden Freitagmorgen ging es schon weiter nach Gulu, ca 300 km. Diesmal jedoch mit dem Bus, denn für mich allein rentiert sich ein Mietwagen nicht. Dazu brachte mich Ronald nach Luwero, ca 30 km entfernt. Dort bestieg ich mit nur noch 2 Koffern den Postbus nach Gulu. Michael hat mich dann abgeholt und zum Hotel gebracht.

Im Hotel in Gulu dann zum ersten Mal wieder eine warme Dusche. Und Klimaanlage!
Am Samstag dann die Besprechung zum Buchhaltungsprogramm, das ich mitgebracht hatte, um den Beleganforderungen von bengo zu genügen. Bengo ist eine Unterorganisation des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. LAP hatte sich als Projektträger klassifiziert und wir haben das erste Projekt bewilligt bekommen. In Minja wird ein Stromtransformator installiert und die Schule an das Stromnetz angeschlossen. Dazu werden zwei Schlafsäle je einer für Mädchen und Jungs gebaut, ein Dusch- und Toilettentrakt, eine auspumpbare Sickergrube sowie ein weiterer Klassenraum für die 5. Klasse. Von den Projektkosten übernimmt bengo 75%! Jedoch genaue Anforderungen an die Belege.
Nachmittag lag mir eine besondere Veranstaltung am Herzen: Einführung in das Hörende Beten für die Gemeinde in Gulu. Beginn: 16 Uhr. Kein Mensch da! Nach und nach kamen welche und schließlich um 17 Uhr die erste Runde, noch sehr unsicher bei den Teilnehmern. Ich bat ein Gemeindemitglied sich zur Verfügung zu stellen und die andern hören für ihn, was der Heilige Geist für diesen Menschen hat. Große Überraschung: Jeder Hörer hatte etwas (Michael, der Pastor war ausgeschlossen, da er übersetzen musste) und es passte alles zusammen. Der Freiwillige war hoch beglückt. Alle sahen sich mit großen Augen an. Wie ist das möglich? Ein weiterer Freiwilliger stellte sich zur Verfügung. Gleiches Ergebnis, doch hatte jeder etwas anderes für ihn. Das war nun noch erstaunlicher, nicht immer das Gleiche! Nun entstand schon Gedränge, jeder wollte nun hören, was die Einzelnen vom Heiligen Geist bekamen. Als es schließlich dunkel wurde mussten wir die Runde mangels Licht beenden. Ein wunderbares Erlebnis für diese Gemeinde!

Am Sonntag habe ich dann über Evangelisation und wie man Christ sein einüben kann, gepredigt. Nun fiel mir erst auf, dass das Kirchendach nun geschlossen ist und die ver-glasten Fenster und Türen drin sind.

„Bibel für jeden“ kamen mir in den Sinn und ich fragte, wer denn keine Bibel hat. Leider ziemlich viele. Dann fiel mir ein dass manche ja gar nicht lesen können. Auch da einige Hände. Das wäre doch ein tolles Angebot einer Gemeinde: Einen Lesekurs mit der Bibel als Lesebuch. Am Abend natürlich, damit viele kommen können, vor allem von außerhalb der Gemeinde. Dazu bräuchten wir noch Strom, der Anschluss würde etwa 1200 Euro kosten. Vielleicht hat es jemand auf dem Herzen.

Am Montag ging es nach Minja.
Ein großer Fortschritt bei den Gebäuden. Die beim letzen Besuch noch unfertigen sickbay (Krankenstation) hatte ein Dach und wurde provisorisch bis zur Fertigstellung der Schlafräume als solcher genutzt.
Die Sickergrube ist ausgehoben (leider sind sie auf Fels gestoßen, was die Arbeiten verzögerte) und wird noch ausbetoniert und dann die Anschlüsse der Toiletten von sickbay und Schlaftrakten vorgenommen.

Der Mädchenschlafsaal hat schon Kontur, im Hintergrund die fertige sickbay. Ganz rechts im Bild ein Teil einer Lehrerhütte. Unten der Blick auf den Vorraum und die beiden Schlaftrakte.

Daneben kommt noch der Jungsschlafsaal in gleicher Ausstattung.

Schließlich noch der neue Klassenraum, der noch nicht sichtbar war.

Auf der Rückfahrt von Gulu nahm ich wieder den Postbus bis Kampala. An der Poststation sprach mich dann ein Mann an, ob ich ein Taxi bräuchte. Wunderbar, er fuhr mich direkt zum Flughafen. Leider musste ich auf das Abschiedsessen im äthiopischen Restaurant verzichten. Für den Rückflug via Kigali in Ruanda hatte ich dann drei Sitzplätze für mich, so dass ich ein wenig schlafen konnte!
Heinrich Becker
1. Vorsitzender L-A-P e.V.
30.4.2017

P.S: Die Kosten der Reise wurden privat getragen.

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